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Lebst Du schon oder funktionierst du noch!?

Eine Frage welche mir in den letzten Wochen als Mensch, Hundeerziehungsberater und Besitzer eines vierbeinigen Familienmitgliedes (Hund) begegnet ist. Immer wieder höre ich bei Begegnungen mit Menschen die Aussage «Der Weg ist das Ziel!». Und um bereits eines vorweg zu nehmen, diese Aussage könnte auch von mir stammen. Diese ersten Zeilen welche ich hier geschrieben habe reichen bereits aus, dass die Frage wieder auftaucht «Lebst du schon oder funktionierst du noch?».

Ich lege mir zum Beispiel einen Hund zu (Züchter, Tierheim etc.) und werde somit zum Besitzer eines Hundes.
Oder wie würdet ihr dies den nennen?
Wie wir es auch immer nennen wollen, Fakt ist, die Entscheidung in welcher Familie ein Hund sein Leben zu verbringen hat wird immer von uns Menschen getroffen.
Also frage ich mich, welcher Weg ist den genau das Ziel, der des Hundes oder der des Menschen? Und ist genau bei der Entscheidung des Menschen, einen Hund zuzulegen, der Grundstein gelegt, dass der Hund zu funktionieren hat?

Beim schreiben dieses Textes habe ich mich auch gefragt woher dies eigentlich kommt und woher sich der Mensch das Recht nimmt über ein anderes Lebewesen zu entscheiden. Ich bin der Überzeugung, dass der Grundstein hierfür bei uns selber sowie der Gesellschaft und Kultur in welcher wir leben liegt. Denn wer von euch lebt wirklich sein Leben?
Wir machen Aus-/ und Weiterbildungen um von anderen mehr Anerkennung zu erhalten. Wir gehen jeden Tag zur Arbeit um das Leben zu finanzieren. Für dass es unser(!) Leben sein soll, was wir leben möchten, wird aber sehr viel von fremden gesteuert bin ich der Meinung. So ein kleines Beispiel aus unserem Leben; In der Schweiz besteht eine KrankengrundversicherungsPFLICHT. Welche bereits bei Kleinkindern abgeschlossen wird.
Kennt jemanden den Initianten dieser Gesetzgebung persönlich? Nicht!?
Also werden wir sogar von uns Fremden Personen gesteuert, nein ich würde sogar sagen zur Funktion gezwungen!

Doch die extremste Form dieser Fremdsteuerung finde ich, ist das Menschenbild welches in unserer Gesellschaft und Kultur entstanden ist! Wer nicht funktioniert, wie die Mehrheit unserer Mitmenschen, wird ausgegrenzt oder eingesperrt. Sogar hierfür gibt es in der Schweiz Gesetzgebungen, die dafür genutzt werden können. Es geht in unserer Gesellschaft ja sogar soweit, das Menschenleben mit Chemie oder Maschinen zum Funktionieren erhalten werden. Also wird hier «funktionieren» und «leben» sogar gleichgestellt. Um wieder auf das Thema Hund zu kommen, wir gehen dort wohl genauso vor, weil wir es nicht anders erleben –
wir haben zu funktionieren.

Meine Gedanken zu diesem Thema sprudeln momentan nur so vor sich hin, doch ich möchte es einfach so stehen lassen.

Ich möchte allen Danken welche den Text bis hierhin gelesen haben und sich nun fragen:
«Was wollte er damit sagen?». Den mit genau dem ist mein Ziel erreicht – macht euch eure eigenen Gedanken zu diesem Thema!

Mein Fazit steht, der Grundstein des Lebens von Mensch und Hund ist, in der heutigen Gesellschaft und Kultur, zu funktionieren!

Wie ich bereits zu Beginn dieses Textes geschrieben habe könnte die Aussage «Der Weg ist das Ziel!» auch von mir stammen.
Mit Natürlich-Hund möchte ich die Mensch-Hund-Teams auf diesem Weg begleiten. Das bedeutet für mich, das Beste aus dem zu machen was wir vorgegeben erhalten!

Leben ohne zu funktionieren ist in einer Welt, welche wir selber so geschaffen haben, undenkbar!